Filmtour Cine Migrante
Angriff auf den Traum
Tausende Menschen
verlassen täglich ihre verarmten Länder in Mittelamerika, um
in die USA zu gelangen. Mit dem Grenzübertritt im Norden Guatemalas
nach Mexiko begeben sie sich rechtlos auf eine der gefährlichsten
Migrationsrouten der Welt. Die meisten reisen als blinde Passagiere auf
einem Güterzug, der La bestia die Bestie genannt
wird. Erika Harzer erzählte in einem vorangegangenen Umbruch-Fotobericht
die Geschichte
der 27jährigen Alicia aus Honduras.
In diesem zweiten Teil stellen wir den Dokumentarfilm "Asalto al
sueño" (Angriff auf den Traum) vor. Der Filmemacher Uli Stelzner
begab sich mit einer kleinen Digitalkamera in die Grenzregion, wo sich
für die MigrantInnen bereits zu Beginn ihrer Reise der Amerikanische
Traum in einen mexikanischen Alptraum verwandelt. In diesem im Stile des
direct cinema gedrehten Films ist der Regisseur mitten im Geschehen: Er
trifft auf die Wartenden an den Zuggleisen, wird Zeuge einer Razzia von
Migrationspolizei und Armee, befragt die Verhafteten im größten
Abschiebegefängnis Mexikos und trifft während der Dreharbeiten
den Migranten Noe zufällig mehrere Male. Dessen tragischer Tod am
Ende steht stellvertretend für die Schicksale vieler.
Der Film wurde
auf zahlreichen internationalen Festivals gezeigt. Darüberhinaus
konnten Tausende Betroffene den Film auf öffentlichen Plätzen
während einer Vorführtournee durch Mittelamerika und Mexiko
sehen und diskutieren. Dass es dabei in Mexiko zu Zensur und Verboten
kam, zeigt wie brisant die Rolle Mexikos als Transitland in der aktuellen
Migrationspolitik ist. Nebenstehend kurze Filmausschnitte
und ein Bericht
über die Vorführtour "Cine Migrante" (Migrantenkino).
Den Film Angriff auf den Traum gibt es auf DVD (englisch, spanisch
und deutsch) bei autofocus
Videowerkstatt
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