Ende
eines Amerikanischen Traums
"Es
ist ein ganz normaler Tag im September. Wie an vielen Tagen zuvor versuchen Hunderte
von Männern und Frauen die sogenannte "Bestie", einen der fahrenden
Güterzüge zu erklimmen. Sie sind unterwegs auf dem langen Weg durch
Mexiko in das Land ihrer Träume, in die USA. Eine dieser "indocumentados",
wie die Migranten ohne Papiere genannt werden, ist die 27jährige Alicia Luna
Flores aus Honduras. Den Grenzübertritt nach Mexiko hat sie in Tapachula
schon geschafft, doch vor ihr liegt noch ein weiter Weg. Alicia will ihr erbärmliches
Leben in Honduras gegen ein besseres in den Vereinigten Staaten eintauschen. Dafür
nimmt sie eine Strecke von mehr als 3.000 Kilometern in Kauf, deren Dimension
sie weder geographisch noch von den unterwegs drohenden Gefahren her erfassen
kann. Mit ein paar Lempiras in der Tasche ist sie aufgebrochen, beseelt von der
Hoffnung, es wird, es muss alles gut gehen." In diesem Fotobericht über
"la Bestia" erzählt Erika Harzer die Geschichte von Alicia, die
stellvertretend ist für viele Schicksale, die sich täglich auf der ruta
mortal (der mörderischen Route) in den reichen Norden zutragen und jäh
zu Ende sein können. Fortsetzung
in der Bildgalerie. In Kürze stellen wir in einem zweiten Teil
den Dokumentarfilm "Asalto al sueño" vor (Angriff auf den Traum).
Der Filmemacher Uli Stelzner begleitete mit einer kleinen Digitalkamera die Flüchtenden
auf ihrer gefährlichen Reise und läßt sie ausführlich zu
Wort kommen. Die Filmpremiere fand an den Drehorten im Süden Mexikos statt.
Tausende kamen zu den öffentlichen Vorführungen, der Film löste
rege Diskussionen aus. |
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