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1. Mai 2008
CNT-Demo in Madrid

THEMA: 1. Mai
ORT: Istanbul, Türkei
ZEIT: 1. Mai 2008
BILDMAPPE: Ablage im Bildarchiv / 4157 \ und 849

1. Mai '08
Staatsterror in Istanbul

Im Gegensatz zum Vorjahr riefen in diesem Jahr alle großen Gewerkschaftverbände, linke Parteien und Organisationen dazu auf, zum Taksim-Platz zu marschieren und dort gemeinsam gegen die "Sozialreformen" der AKP-Regierung zu demonstrieren und an das Blutbad von 1977 zu erinnern. Der Staatsterror hatte damals 36 Menschen das Leben gekostet und seither sind Demonstrationen auf dem Taksim verboten. Unter der Militärdiktatur wurde der 1. Mai ab 1980 als Feiertag aufgehoben.
In diesem Jahr sollten bis zu 500.000 Menschen zusammenkommen und erstmals seit 31 Jahren den Taksim mit all seiner Symbolik wieder zum Ort des geeinten Widerstands machen und den 1. Mai als Kampftag zurückerobern.
Sich der großen Symbolkraft bewußt, setzten Premierminister Erdogan und der Gouverneur von Istanbul ein absolutes Demonstrations- und Versammlungsverbot in der Metropole am Bosporus durch. Dafür bot der Staatsapparat eine Armee von 30.000 Polizisten mitsamt schwerem Gerät auf. Der 1. Mai 2008 wurde damit zu einer gegen die ArbeiterInnenbewegung und sozialen Bewegungen gerichteten Machtdemonstration. Jegliche Versuche tausender GewerkschafterInnen und AktivistInnen den Protest auf die Straße zu tragen, erstickten im dichten Nebel des Reizgases, das aus rund 1.500 an diesem Tage abgefeuerter Gasgranaten strömte. Selbst konservative türkische Zeitungen und Fernsehkanäle zeigten sich erschrocken über die Brutalität der aus verschiedenen Städten angekarrten Einsatzkräfte. Minutenlang konnte auf den Bildschirmen verfolgt werden, wie Polizisten mit Tritten, Schlägen, Gasgranaten und Wasserwerfern gegen DemonstrantInnen und PassantInnen vorgingen. Selbst in ein Krankenhaus, in das sich Demonstranten geflüchtet hatten, schossen die Staatsdiener mehrere Reizgasgranaten.
Trotz der massiven Repression ließen sich viele GewerkschafterInnen und andere AktivistInnen nicht einschüchtern und versuchten, gegen den Polizeiterror zu widerstehen und zum Taksim zu gelangen. Als Reaktion auf die Geschehnisse fordern die Gewerkschaftsverbände DISK und KESK den sofortigen Rücktritt der Regierung und des Gouverneurs von Istanbul und planen für die nächsten Wochen Massendemonstrationen gegen die Regierung.

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Fotos: Hermann Werle
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