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THEMA: Erster Mai
ORT: Berlin
ZEIT: 1. Mai 2005
BILDMAPPE: Ablage im Bildarchiv / 4157 \

1. Mai 2005 in Berlin

Polizeitrupps üben Deeskalationsstrategien am Heinrichplatz

Im Outfit von Darth Vader ("Star Wars") celebrierten am Abend des 1. Mai vermummte Polizei- und BGS-Einheiten ihre sogenannten "Deeskalationsstrategien". Gegen 21 Uhr postierten sich kleinere Trüppchen rund um den Heinrichplatz und wirkten wie bestellt und nicht abgeholt. Fast zwei Stunden bestimmte eine seltsame Atmosphäre das andauernde MyFest. Während die meisten FestbesucherInnen die aufgebotenen Einheiten schlicht ignorierten und weiterfeierten, warteten andere irgendwie auf den Startschuß - nur das sich dieses Jahr keiner so richtig zuständig fühlte ihn abzugeben. Gegen 22.30 Uhr ergriffen dann die ersten Polizeieinheiten beherzt die Initiative und schubsten sich mehrmals durch die tanzende Menge vor dem "SO 36". Dafür ernteten sie die erwarteten vereinzelten Flaschenwürfe, die von den im Hintergrund wartenden Eingreiftrupps zuerst sorgfältig dokumentiert wurden und anschließend mit gezieltem Herausgreifen der ÜbeltäterInnen verfolgt wurden. Über mehrere Stunden agierten die Eingreiftrupps nach diesem Schema. Es kam zu zahlreichen Festnahmen. (weiter: siehe unten) Siehe auch Fotobericht zu den Protesten gegen den NPD-Aufmarsch in Leipzig

 



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Fotos: ari/fadl/heba/Umbruch Bildarchiv
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Konzert am Boxhagener Platz am 30.4.05 (Foto: ari #1179n) 30.4.05 Boxhagener Platz (Foto: ari #1179o) 30.4.05 Boxhagener Platz (Foto: ari #1179p) 30.4.05 Boxhagener Platz (Foto: ari #1179q) Blitzschnell entrolltes Transparent auf dem Dach neben der Yorck 59. Die Polizeihäscher kamen zu spät zum beschlagnahmen. (Foto: Umbruch Bildarchiv #1179r) Start der Yorck59 Demo (Foto: Umbruch Bildarchiv #1179s) (Foto: ari #1179t) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1179u) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1179v) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1179w) Foto: Umbruch Bildarchiv #1179x) Foto: Umbruch Bildarchiv #1179y) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1179z) (Foto: ari #1180a) Abschlußkundgebung im Waldekiez (Foto: Umbruch Bildarchiv #1180b) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1180c) Fest auf dem Mariannenplatz (Foto: Umbruch Bildarchiv #1180d) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1180f) Eine der Musikbühnen am Kottbusser Tor (Foto: Umbruch Bildarchiv #1180g) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1180h) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1180i) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1180j (Foto: Umbruch Bildarchiv #1180k) Am Mariannenplatz (Foto: Umbruch Bildarchiv #1180l) Heinrichplatz am Nachmittag (Foto: Umbruch Bildarchiv #1180n) Kubanische Musik am Heinrichplatz (Foto: Umbruch Bildarchiv #1180o) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1180p) Heinrichplatz (Foto: Umbruch Bildarchiv #1180q) Spontandemonstration auf der Oranienstraße (Foto: Umbruch Bildarchiv #1180r) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1180s) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1180t) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1180u) Arabische Band am Heinrichplatz (Foto: Umbruch Bildarchiv #1180v) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1180w) Foto: Umbruch Bildarchiv #1180x) Heinrichplatz gegen 21 Uhr. Foto: Umbruch Bildarchiv #1180y) Die ersten Polizeiabsperrungen Naunyn-/Ecke Mariannenstraße wegen Konflikten zwischen den Hiphoppern (Foto: Umbruch Bildarchiv #1180z) Tanz vorm SO 36 gegen 22.30 Uhr (Foto: Umbruch Bildarchiv #1181a) Nachdem etwa der vierte Polizeitruppe sich durch die O-Straße vorm SO 36 schubst, beginnen die Auseinandersetzungen (Foto: Umbruch Bildarchiv #1181c) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1181d) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1181b) Zahlreiche Festnahmen nach immer dem gleichen Muster. (Foto: Umbruch Bildarchiv #1181e) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1181f) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1181g) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1181h) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1181i) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1181j

In diesem Jahr wurde die traditionelle revolutionäre 1. Mai-Demonstration von den AnmelderInnen abgesagt, weil die gewünschte Demonstrationroute durch die Oranienstraße und den Kiez nicht genehmigt wurde. Hintergrund war jedoch auch, das sich das autonome und antifaschistische 1. Mai-Spektrum an verschiedenen Events beteiligen wollte. Rund 4000 Menschen blockierten in Leipzig massiv eine Demonstration von rund 1000 Neonazis, in Hamburg beteiligten sich zahlreiche BerlinerInnen an der "Euro-Mayday-Demonstration". In Berlin zogen am Nachmittag rund 500 Menschen aus Solidarität mit der von Räumung bedrohten Yorck 59 von dort in den Waldekiez. Die orthodox kommunistisch orientierten Gruppierungen begannen ihre Demonstration wie üblich um 13 Uhr vom Oranienplatz.
Das Myfest mit zahlreichen Musik-Bühnen und Ständen quoll fast über vor BesucherInnen. Die Atmosphäre war relaxed wie jedes Jahr am Nachmittag. Als eine Spontandemonstration gegen das Demoverbot um 18 Uhr vom Oranienplatz die Oranienstraße runterzog, schlossen sich viele FestbesucherInnen der Demo an. Nach mehreren Runden durch das Fest zog die Demo weiter in Richtung Springer und wurde dort von der Polizei gestoppt. Bei der folgenden Auseinandersetzung mußte ein umgestürzter Opel Korsa als Barrikade dran glauben.
Ob die nicht ungeschickte Strategie der Polizei aufgeht, wird sich wohl erst im folgenden Jahr erweisen. Lassen sich die OrganisatorInnen des Myfestes von den Polizeistrategen, die am Abend selbst das Myfest gezielt aufgemischt haben, weiterhin als Zuckerbrot gegen die "bösen Chaoten" funktionalisieren? Eine mögliche Alternative wäre sich im nächsten Jahr nicht nur die Anmeldung der revolutionären 1. Mai-Demo zu schenken sondern auch die des Myfestes. Der 1. Mai findet auf den Straßen statt, so oder so.

Aktualisierung vom 4.5.: Rund um den 1. Mai gab es 193 Festnahmen. 44 Haftbefehle wurden ausgestellt, davon blieben 17 Betroffene in Untersuchungshaft. 13 Haftprüfungen stehen noch aus. (Quelle: BerlinOnline) Heute (Mi, 4.5.) gibt es eine Solidaritäts-Knastkundgebung um 18.00 Uhr vor der JVA Moabit (Alt-Moabit, U-Bhf. Turmstraße)

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