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THEMA: Erster Mai
ORT: Berlin
ZEIT: 1. Mai 2002
BILDMAPPE: / 4157 \

15 Jahre 1. Mai in Berlin

Die heftigen Auseinandersetzungen um den politisch korrekten Ausdruck der "Revolutionären 1. Mai-Demonstration" hatten auf manch eine/n eher ausladend gewirkt, sich an einer der diesmal drei Demonstrationen zu beteiligen. Um 13 Uhr und um 16 Uhr versammelten sich im Ganzen etwa 5000 Menschen am Oranienplatz und am Görlitzer Bahnhof. Um 18 Uhr startete die dritte Demonstration mit etwa 10000 Teilnehmer/innen am Rosa-Luxemburg Platz in Mitte. Die KPD/RZ beendete mit der "Mutter aller Demonstrationen" ihre Kundgebung gegen 23.30 Uhr vor der Feuerwache in Kreuzberg.
Der gemeinsame Rahmen waren die Blockadeversuche gegen den NPD-Aufmarsch in Hohenschönhausen (Bilder), die bunten Feste auf dem Mariannenplatz und Humannplatz sowie das gewohnte nächtliche Treiben nicht nur im Kreuzberger Kiez. Wer's nicht mochte, war längst ins Grüne gefahren, etwa 15000 andere Beteiligte aus dem linken, autonomen und touristischen Spektrum gestalteten den 30. April und 1. Mai auf ihre Weise.

Auch wenn Politiker, Polizeistrategen, Medien und Soziologen sich die Köpfe raufen, wie dieses (Kreuzberger) Ritual zu durchbrechen sei, es wird ihnen nicht gelingen. Der 1. Mai widersetzt sich seit 15 Jahren in Kreuzberg erfolgreich einer Befriedung und läßt sich in keine Schablone pressen. Wer nur betrunkene Steinewerfer sehen möchte, die die eigenen Leute verletzen, wird im einen oder anderen Fall schon Recht haben - nur die Kritik an Alkohol während Strassenaktionen ist so alt wie die Telefonnummer des Ermittlungsausschusses, die jedes Jahr durchgegeben wird.
Wer so tut, als hätte der ganze Krawall nichts mit der neuen deutschen Rolle im Krieg zu tun, dem bevorstehenden Bushbesuch, mit dem Ausverkauf Berlins an die Bankgesellschaft und Wohnungsbaugesellschaften, mit sozialer Armut und dem Brass auf die Polizei, die häufig als (prügelnde) Beschützer der Nazis erlebt wird - mag dies gerne so darstellen und liegt trotzdem daneben. Die Akteure/innen sind andere, sind jünger geworden, die Mischung aus politischen Gruppen und Unorganisierten ist geblieben. Auch wenn mensch im Alltag nichts miteinander zu tun hat, trifft man sich am 1. Mai. Den Drang wenigstens mal einen Tag im Jahr dieses starre Gefüge von Macht, Ohnmacht und Alltagsfrust durchbrechen zu wollen (plus Abenteuer, Spaß, eigene Stärke zu erleben), empfanden wir ähnlich wie in vergangenen Jahren; und für die meisten, die nicht vorher das Weite gesucht hatten, war's auch in Ordnung. Trotz angespannter Atmosphäre gab es viele lachende Gesichter bei den 7000 Menschen auf dem Mariannenplatzfest.

Gegen 19 Uhr wurden die ersten Anzeichen von Auseinandersetzungen sichtbar - dann ging mensch eben, wenn er/sie nicht teilnehmen wollte. Wer den 1. Mai etwas greifbarer haben will, muß schon selber dran teilnehmen - so oder so, der 1. Mai 2003 kommt bestimmt.

 
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