Bargeld
statt Chipkarten für Flüchtlinge Solidaritätseinkauf
und Protestaktion in Berlin
Aus Berlin erreichte uns diese Seite von Elisabeth
Voß
Am Freitag, den 11. Mai 2001, trafen sich etwa 80 Menschen zum Einkauf
für Flüchtlinge vor dem Extra-Markt in Schöneberg, Potsdamer
Str. 128. Aufgerufen hatten das Berliner Antidiskriminierungsbüro
und die Initiative Konsumfürfreiesfluten.
Denn viele Flüchtlinge in Berlin bekommen nur ein Taschengeld von
monatlich 80, DM in bar ausgezahlt und müssen darüber
hinaus mit Gutscheinen oder Chipkarten einkaufen gehen. Diese werden nur
von wenigen Geschäften akzeptiert, so dass die Flüchtlinge von
ihrem wenigen Bargeld noch Fahrscheine bezahlen müssen oft
für mehrere Personen, die beim Tragen mit anfassen. Denn neben den
weiten Wegen müssen mit Gutscheinen grössere Mengen eingekauft
werden, weil kein Wechselgeld herausgegeben wird.
Beim Einkauf mit Chipkarten wird der Kassenbon direkt
ans Sozialamt übermittelt, so dass die SachbearbeiterInnen dort genau
sehen können, was in welchen Mengen eingekauft wurde. Der Einkauf
von Alkohol und Zigaretten ist mit Chipkarte oder Gutschein verboten.
Lebensmittel, die den Ernährungsgewohnheiten der Flüchtlinge
entsprechen, sind oft in den Läden nicht erhältlich. Darüber
hinaus sind es nicht die preiswertesten Supermärkte, die Chipkarten
oder Gutscheine akzeptieren.
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