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THEMA: Antikriegs- und Friedensbewegung
ORT: Mutlangen, Bremerhaven
ZEIT: Herbst 1983
BILDMAPPE: Ablage im Bildarchiv 5171 \

Antikriegs- und Friedensbewegung

Herbst 1983: Blockaden in Mutlangen und Bremerhaven/Nordenham gegen die Stationierung von Pershing II-Raketen

Damals gab es weder Internet noch endlose Globalisierungsdebatten und "G8" war noch "G7". Durch Europa verlief der "Eiserne Vorhang" und er schien für die Ewigkeit errichtet. Die Großmächte auf beiden Seiten rüsteten beispiellos auf. Pershing 2 und SS 20 waren atomar bestückte Raketensysteme, die im Kriegsfall der Menschheit und allem Leben auf der Erde ein Ende hätten setzen können. Mutlangen nahe Schäbisch Gemünd war der Stationierungsort für die US-amerikanischen Pershing 2 Raketen. Daher fand hier im September 1983 eine dreitägige Demonstration der westdeutschen Friedensbewegung statt. Die Liste der Teilnehmer auf Seiten der Prominenten liest sich wie das "Who is who" der damaligen Kultur und Gesellschaft. Neben Schriftstellern wie Heinrich Böll, Walter Jens, Ingeborg Drewitz und Bernt Engelmann beteiligten sich Volker Schlöndorf, Dieter Hildebrandt, Klaus Staeck sowie prominente PolitikerInnen und ausgebürgerte DDR-Bürgerrechtler.

Während Mutlangen eher vom friedensbewegten Spektrum und von Prominenz geprägt war, mobilisierte der radikalere Teil der Friedens- und Antikriegsbewegung nach Bremerhaven und Nordenham vor die dortigen US-Kasernen und zu den Hafenanlagen. Es ging hier um
die Offenlegung und Behinderung der militärischen Infrastruktur sowie der rüstungsindustriellen "Nachschubwege", für die dieser Hafen eine strategische Bedeutung als internationaler Umschlagplatz hatte. Von hier aus sollten neue US-Raketen in alle Welt verschifft werden Da mehrtägige Blockadeaktionen geplant waren, beteiligten sich auch Teile der Anti-AKW-Bewegung und der autonomen Anti-Kriegsbewegung an den Aktionen am 13. und 14. Oktober 1983. Darüberhinaus beteiligte sich das feministische Spektrum mit einer Frauendemo in Bremerhaven. In der Großdemo am 15. Oktober zur Blockade der Carl-Schurz-Kaserne (des US-Hauptquartiers) lief mit ca 5000 Leuten ein überraschend großer Schwarzer Block.

In die Nähe von Hildesheim wurde zu "Manöverbehinderungen" aufgerufen, wobei die Polizei sich auf ihre Art beteiligte und die Luft aus den Reifen "verdächtiger" Fahrzeuge von Anreisenden schon viele Kilometer vor Hildesheim abgelassen hat.
Fotograf Manfred Kraft war bei allen drei Ereignissen dabei und hat für Umbruch einige seiner Bilder zusammengestellt.


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Fotos: Manfred Kraft/Umbruch Bildarchiv
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Weitere Informationen:

  • Weitere Fotos von Manfred Kraft
  • kommentierte Literaturliste u.a. auch zur Anti-Kriegs- und Friedensbewegung
  • Die neue Friedensbewegung: etablierte Verbändepolitik oder antimilitaristische Opposition? (1984)

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