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Christopher Nsoh (Flüchtlingsinitiative Brandenburg)
über Hintergrund und Forderungen des Antikolonial-Afrika-Kongresses und Impressionen der Demo vom 12. Nov. 2004 in Berlin

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THEMA: Antikoloniale Afrika Konferenz
ORT: Berlin
ZEIT: 11.-15. Nov 2004
BILDMAPPE: Ablage im Bildarchiv/ 3423 \
 

Anticolonial Africa Conference

In Berlin fand vom 11.-15.11.2004 die 'Anticolonial Africa Conference 2004' in der 'Alten Feuerwache' in Kreuzberg statt. Die Konferenz wurde seit zwei Jahren von einer Gruppe vorbereitet, an der überwiegend afrikanische Flüchtlinge und Leute aus Deutschland beteiligt waren.
In den vier Tagen trafen sich täglich etwa 250 Menschen zu Vorträgen, Filmen, Diskussionen, einer Ausstellung und Workshops. Am Donnerstag, den 11.11. gab es eine Gedenkveranstaltung an der Berliner 'Neuen Wache' (Unter den Linden) für die Opfer der deutschen Kolonialkriege. Es wurde die Forderung an die Bundesregierung gestellt, eine weitere Gedenktafel mit folgender Aufschrift anzubringen: "Jeder Kolonialismus ist ein Verbrechen gegen die Menschheit. Die Bundesrepublik Deutschland gedenkt der Menschen in Afrika, Asien und Ozeanien, die durch den deutschen Kolonialismus verletzt, ihrer Würde beraubt, verjagt und ermordet wurden. Sie bittet die Nachfahren um Entschuldigung." (weiter: siehe unten)



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Fotos: Fadl/Umbruch-Bildarchiv
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(Foto: Umbruch Bildarchiv #1160d) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1160g) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1160h) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1161f) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1160e) Dank an die Übersetzerinnen - simultan in drei Sprachen (Foto: Umbruch Bildarchiv #1160f) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1160i) Kundgebung vor der "Neuen Wache" (Foto: Umbruch Bildarchiv #1160k) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1160l) "Jeder Kolonialismus ist ein Verbrechen gegen die Menschheit..." Vorschlag für eine weitere Gedenktafel an der "Neuen Wache" (Foto: Umbruch Bildarchiv #1160s) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1160o) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1160p) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1160q) Die "Mohrenstraße" wurde in May-Ayim-Straße umbenannt. (Foto: Umbruch Bildarchiv #1160r) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1160v) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1160w) Foto: Umbruch Bildarchiv #1160x) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1161b) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1161c) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1161d) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1161e) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1161h) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1161i) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1161k) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1161j (Foto: Umbruch Bildarchiv #1160z)
Am Freitag den 12. November fand nachmittags eine 'Antikoloniale Demonstration' statt, an der sich etwa 400 Personen beteiligten. Am Samstag wurde auf der 'Antikolonialen City-Tour' Informationen zu verschiedenen "kolonialen Orten" in Berlin gegeben. Themen der Konferenz waren u.a. - Verbrechen der Kolonisierung (mit Schwerpunkt Völkermord an Herero und Nama in Namibia und deren Kampf um Entschuldigung und Entschädigung bis heute)- 'Fortress Europe' (Außen- und Innengrenzen in Europa, Lager in Nordafrika) - Rassistische Diskriminierungen im Hartz IV - Gesetz - Ausbeutung Afrikas (Natürliche Ressourcen und Kriege/Konflikte in Afrika - Widerstand gegen die Kolonisierung. Die Konferenz hielt fest, dass die aktuelle Entwicklungshilfe- und Migrationspolitik von kolonialen Strukturen durchzogen ist. Die zentrale Forderung der Konferenz lautet: Entschuldigung und Entschädigung für die Kolonisation. Forderungen, die auf der Konferenz weiterentwickelt wurden:

1. Beendigung aller Kriege, kein militärischer Schutz bei der Ausbeutung von Rohstoffen, kein Export von Waffen nach Afrika, keine Entsendung von Interventionstruppen, kein Flüchtlingsmanagement durch NGOs
2. Koloniale Mentalitäten aufbrechen, kein Demokratieexport nach Afrika, Wahrnehmung des afrikanischen Widerstandes gegen die Kolonisation, die bis heute andauert
3. Entschädigung - Legalisierung -Aufenthalt, Übernahme der politischen Verantwortung durch die Unterzeichnerstaaten der Berliner Kongo Konferenz für ihre Kolonialherrschaft, Pflicht der Entschädigung, Legalisierung des Aufenthalts, freier Zugang zu Europa Eine Forderung wurde konkretisiert: Deutsche Eigentümer u.a. die Familien Oetker und Schleyer sollen ihre Großfarmen in Namibia, die nicht ihrem Lebenserhalt dienen, ohne Entschädigung der Bevölkerung zurückgeben.
4. Rassistische Gesetze abschaffen Abschiebestopp, Auflösung von Abschiebeknästen und Ausreisezentren, Aufhebung von Einreise-,Arbeitsverboten und der Residenzpflicht. Keine Lager in Nordafrika und anderswo
5. Einführung eines Antidiskriminierungsgesetzes
6. Schuldenerlass sofort
7. Schädel und Körperteile, die zur erb- und rassenbiologischen Forschungszwecken verwandt wurden, sollen sofort in ihre Herkunftsländer zurückgebracht und dort würdig beerdigt werden.
8. Rückgabe von entwendeten Kunst- und Kulturschätzen

Die Konferenz wurde am Montag, den 15.11. um 12 Uhr mit einer Protestaktion am Reichstag beendet. Im Reichstag wurden damals alle wichtigen politischen Kolonialentscheidungen getroffen. Am diesem Tag eröffnete Bismarck vor 120 Jahren um 12 Uhr die Berliner Afrika Konferenz. Auf einem
25 m langen Transparent wurde "Entschuldigung und Entschädigung für den Kolonialismus" gefordert und in verschiedenen afrikanischen Sprachen die kolonialen Verbrechen angeklagt. (Presseerklärung der Antikolonial Afrika Konferenz)


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