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Update vom Mittwoch, 15. Juni, 12 Uhr:
Am Mittwoch morgen gab es erneut Verhandlungen mit Bezirks- Grünen, SPD und PDS. Dabei wurde das gestrige Ultimatum an die BethanienbesetzerInnen für heute 12 Uhr zurückgezogen. Jetzt kann die Yorck 59 das Bethanien erstmal für eine weitere Woche zwischennutzen. Die Zukunft des Projekts soll als nächstes Thema sein auf der BVV kommenden Dienstag. Yorck59 bleibt!

THEMA: Häuserkampf
ORT: Berlin
ZEIT: 11. Juni 2005
BILDMAPPE: Ablage im Bildarchiv/ 6531 \
 

Yorck59 - das Bethanien ist besetzt

Während eines dreitägigen Strassentheaterfestivals am Mariannenplatz besetzten die ehemaligen BewohnerInnen und UnterstützerInnen der Yorck59 am Sa, den 11.6.'05 einen Teil des Bethaniens in Berlin-Kreuzberg. In dem Gebäude war noch bis vor kurzem das Kreuzberger Sozialamt untergebracht. Die ehemaligen Yorck59-BewohnerInnen wollen die Räume solange als Ersatzstandort nutzen, bis entschieden ist, ob sie weiterhin dort bleiben können oder ein anderes Haus bezugsfertig ist. Die leerstehenden Gebäudeteile bieten gute Voraussetzungen zum wohnen und als Veranstaltungs- und Büroräume für politische Initiativen (Antirassistische Initiative u.a.). Baustadtrat Schulz sicherte den BesetzerInnen Sonntag mittag eine vorläufige Duldung zu. Am Dienstag um 9.00 Uhr beraten die verantwortlichen PolitikerInnen der Bezirksregierung über die Zukunft der YORCK59 im Bethanien. Um 14.00 Uhr soll das Ergebnis der Verhandlungen im Bezirksamt in der Frankfurter Allee bekannt gegeben werden.
Während sich die Politik bei der Räumung der Yorckstrasse 59 auf Rechtstitel zurückziehen konnte, liegt jetzt die Verantwortung direkt beim Bezirk als Eigentümer des Gebäudes. Da sich der Bezirk für eine bestimmte Nutzung der leerstehenden Gebäudeteile noch nicht entschieden hat - andererseits die Konzeption der YORCK59 dem Anspruch der für das Bethanien gewünschten kulturellen und politischen Nutzung entspricht - stände dem Erhalt des Hausprojektes YORCK59 dort eigentlich nichts entgegen. YORCK59 bleibt! Jetzt erst recht.
Die Besetzung des Bethaniens fand statt während eines dreitägigen Strassentheaterfestivals am Mariannenplatz. Fotos hier.



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Fotos: Kurzbein/heba/Umbruch-Bildarchiv
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Haupteingang zum Bethanien (Foto: Umbruch Bildarchiv #1189d) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1189b) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1189c) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1189f) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1189g) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1189e) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1189h) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1189i) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1189j (Foto: Umbruch Bildarchiv #1189a) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1189k)
"Und da fragte irgendeiner: sag mal, is hier heut n Fest?
So was ähnliches, sagt Mensch Meier – das Bethanien ist besetzt!" (Ton Steine Scherben)

Ist das Bethanien NewYorck?

Heute Nachmittag, um 15.59, hat die Yorck59 (ein Hausprojekt vorübergehend ohne Haus) das Haus Bethanien am Mariannenplatz besetzt.
Wir bleiben hier, bis eine politische Lösung für unseren Projekterhalt erreicht ist. Am vergangenen Montag, den 6.6. wurden 60 BewohnerInnen, die verschiedenen politischen Initiativen und UnterstützerInnen der Yorck59 aus ihrem Haus in der Yorckstrasse 59, Hinterhaus, gewaltsam geräumt. Als Reaktion und im Vorfeld gab es vielerlei Widerstand gegen die Durchsetzung der Pläne des Hauseigentümers Marc Walter und der politisch Verantwortlichen dieser Stadt. Sie waren nicht bereit, die Interessen eines einzelnen, profitorientierten Investors im Rahmen ihrer Möglichkeiten einzuschränken, um das seit 17 Jahren bestehende, selbstbestimmt organisierte Projekt zu erhalten. Lange Zeit versuchten sie sich in verbaler Unterstützung der Yorck59. Doch als es darum ging, den Worten Taten folgen zu lassen, und die Zeit bis zum angesetzten Räumungstermin knapp wurde, offenbarte sich ihr wahres Interesse. Sie versuchten, uns - statt dem Hauseigentümer - die Pistole auf die Brust zu setzen. Eine schriftliche Vereinbarung sollte die freiwillige Räumung innerhalb von zwei Wochen fixieren, ohne der Yorck59 ein Ersatzobjekt verbindlich und seriös zuzusichern. Eine Unterschrift unsererseits hätte das Aus für den Projekterhalt bedeutet.

Mensch Meier!
Die Räumung der Yorck59 wurde in einigen Pressemeldungen mit dem "Ende der Hausbesetzerzeit" gleichgesetzt. Das Bethanien war 1972 besetzt worden, weil bezahlbarer Wohnraum fehlte und viele Leute unzufrieden und in Aufbruchstimmung waren - sich Räume zu erkämpfen statt zu betteln oder lebenslang für ein Almosen ackern zu gehen. Heute machen u.a. Hartz I-IV, sinkende Reallöhne oder die investorenfreundliche Stadtpolitik uns klar, dass auch wir kämpfen müssen, um die Verhältnisse zu verändern. Und so lange sind auch die Häuserkämpfe noch lange nicht vorbei! Wagenplätze, bezahlbarer Wohnraum und Räume für selbstbestimmtes Wohnen und Arbeiten werden verdrängt, bzw. ihr Entstehen unmöglich gemacht. So kämpft z.B. die Initiative für ein Soziales Zentrum schon seit Jahren um Räume in der Innenstadt. Unsere Stärke ist die Solidarität, wie auch der Kampf um die Yorck59 gezeigt hat und immer noch zeigt. Die vom Innensenator Körting (SPD) angeordnete und von PDS und SPD zu verantwortende Räumung hat unsere Strukturen nicht zerschlagen. Wir kämpfen weiter bis wir wieder ein Haus haben, in dem wir wohnen und politisch arbeiten können. Wir fordern weiterhin adäquate und seriöse Angebote zu Objekten, in denen ein Fortbestand des Hausprojektes Yorck59 möglich ist - Angebote, die das Papier wert sind, auf das sie geschrieben sind.
Es gibt viele leerstehende Häuser in der Stadt – der Kampf geht weiter!

Yorck59 bleibt - Jetzt erst recht! (Quelle: Indymedia)

Pressekontakt: 0162 – 510 55 20


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