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THEMA: Antifaschismus
ORT: Berlin
ZEIT: 26. April 2014
BILDMAPPE: Ablage im Bildarchiv / 4141 \

Kreuzberg nazifrei!

6.000 Antifaschist_innen haben am 26. April den Versuch von Nazis durch Kreuzberg zu laufen verhindert. Nach 300 Metern musste der Naziaufmarsch noch auf der Brückenstraße Ecke Rungestraße abgebrochen werden. Schon am morgen hatten sich Blockaden auf der Heinrich-Heine-Straße auf Höhe des U-Bhf, am U-Bhf Märkisches Museum und nördlich des S-/U-Bhf Jannowitzbrücke gebildet. Als die Nazis sich in Bewegung setzen wollten, war jede Kreuzung in ihrer Nähe mit hunderten Blockierer_innen besetzt. Als auch noch Antifaschist_innen in den zunächst freigehaltenen Bereich bis zum U-Bhf Märkisches Museum durchbrechen konnten, war klar: Die Nazis werden heute nicht laufen.
Um 15.30 stiegen die ca. 100 Nazis wieder in die S-Bahn. Sie hatten am S-Bhf Adlershof und Spindlersfelde eine Demo angemeldet, stießen aber auch hier auf Proteste. Gerüchten zufolge hatte es schon am Vormittag den Nazi-Lauti und einige Nazis, die diesen "beschützten" am S-Bhf Jannowitzbrücke erwischt. Ihren geplanten Aufmarsch am 1. Mai haben die Nazis nun abgesagt. (ausführlicher Bericht: siehe unten)

 



Fotos: Andrea Linss, iko. Mike, neuköllnbild
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Ein lautes Konzert aus Pfiffen und "Naziraus" - Rufen schlug den Rechten entgegen, als sie am Mittag an der Jannowitzbrücke eintrafen. Angemeldet von der Berliner NPD um Schmidtke und Frank, waren zudem Neonazis wie Uwe Dreisch von "Die Rechte" vor Ort, und auffällig war, dass sogar extra aus Dortmund Demonstranten angekarrt werden mussten, wie der braungebrannte "SS-Siggi" Siegfried Borchardt mit seinem seltsamen blonden Bärtchen. Nachdem aufgrund eines Angriffs auf der Hinfahrt aus dem blauen Transporter der Berliner NPD heraus, dieser durchsucht wurde und einige Festnahmen stattfanden und auch während der Auftaktkundgebung ein weiterer Neonazi nach einer Hetzrede endete mit "Deutschland den Deutschen - Ausländer raus" und daraufhin wegen Volksverhetzung vorläufig festgenommen wurde, verzögerte sich der Start der Demonstration.

In der Zwischenzeit versammelten sich immer mehr Antifaschisten um die polizeilich stark abgeriegelte Jannowitzbrücke herum. Anfangs waren noch die meisten Gegendemonstranten an der Heinrich-Heine-Straße, aber bald fanden sich auch nördlich über 2000 Menschen ein, um eine der möglichen Ausweichrouten durch Berlin-Mitte zu versperren. Dort gab es die ersten brutalen Festnahmen seitens der Polizei, die mit Barrikadenbau, Rangeleien und Beschimpfungen beantwortet wurden. Die Polizei versuchte zudem die Kreuzung Holzmarkt-/Alexanderstraße zu räumen, was durch eine große Sitzblockade nicht gelang und sie sich zurückziehen musste.

Die Neonazis versuchten gegen halb zwei loszugehen, nur um nach 150 Metern, noch vor der Rungestraße, wieder zum Stehen zu kommen. Denn zwischenzeitlich ereigneten sich einige Scharmützel zwischen Autonomen und der Polizei in den Seitenstraßen, der Wall-, Runge- und Inselstraße. Es flogen einige Steine, Rauchbomben und Böller und die Polizei hatte die Lage kurzfristig nicht unter Kontrolle, versuchte aber durch Pfefferspray und zahlreiche Festnahmen den Weg frei zu räumen. Durch die schiere Anzahl an Menschen gelang ihr dies aber nicht, während an der einen Ecke noch Steine flogen, bildete sich an der anderen eine neue Sitzblockade.

Schließlich konnten die Neonazis keinen Schritt nach Kreuzberg setzen und packten gegen 15:00 Uhr ihre Sachen zurück in den abgewrackten blauen Transporter, und fuhren nach Adlershof, wo sie eine Ersatzdemo anmeldeten. Zwei Tage später sagte die Berliner NPD sogar die Demo am 1.Mai in Berlin ab.

Der Tag kann als voller Erfolg gegen die Faschisten gewertet werden, auch wenn es viele Verletzte auf Seiten der Gegendemonstranten gab und um die 50 Menschen vorläufig festgenommen wurden. Zum Schluß zogen die Antifaschisten in einer Jubeldemo in den gebührend verteidigten Kiez Kreuzberg zurück - iko -


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