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THEMA: Häuserkampf
ORT: Frankfurt/Oder
ZEIT: 23. April 2005
BILDMAPPE: Ablage im Bildarchiv/ 6531 \
 

Soziales Zentrum in Frankfurt/Oder besetzt

Einen ausgesprochen guten Geschmack bewies eine Gruppe von rund 40 linken Jugendlichen, die am Sonnabend in der Wieckestraße in Frankfurt/Oder (Brandenburg) eine Villa besetzten. Das Haus liegt keine 500 Meter von der deutsch-polnischen Grenze entfernt an der Ecke zur Rosa-Luxemburg-Straße und soll als "Soziales Zentrum" genutzt werden. Die Fotos erhielten wir von "art.famos", den Text haben wir "Inforiot" entnommen. Vielen Dank dafür!

Zeitgleich mit der Polizei traf auch die Frankfurter SPD-Bürgermeisterin vor Ort ein. Sie ließ sich von den BesetzerInnen durch das Haus führen und bekam ein fertig ausgearbeitetes Nutzungskonzept für das Haus überreicht. Sie sicherte zu, dass das Haus über das Wochenende nicht geräumt werden würde. Dementsprechend hielt sich die Polizei auch zurück. (weiter: siehe unten)



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Fotos: art.famos
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(Foto: Umbruch Bildarchiv #1177t) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1177u) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1177v) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1177w) Foto: Umbruch Bildarchiv #1177x) Foto: Umbruch Bildarchiv #1177y) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1177z)

Das soziale Zentrum soll ein Wohnprojekt, Party- und Konzerträume, Büros, Seminar- und Kulturräume bieten und auf nichtkommerzieller Basis betrieben werden - "für eine Gesellschaft, in der Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität das Zusammenleben prägen. Politisch und kulturell gegen jede Form von Diskriminierung". Eine solche Einrichtung existiert nicht in der Stadt, argumentierten die BesetzerInnen, doch der Bedarf sei enorm. Die alternative Jugendszene sei groß und habe keine Räume, wo sie sich treffen und verwirklichen könne. Das Haus, das sich im Besitz des Landes befindet, wollen die BesetzerInnen mietfrei überlassen bekommen und dann selbst verwalten. Die anfallenden Kosten sollen selbst gedeckt werden.

Am Abend wurde im Haus ein Konzert mit der Punkband "Joeys Amigos" veranstaltet, dass von etwa 100 Menschen besucht wurde. Dazu gab es Essen und wer wollte, bekam eine Führung durch das Haus. Das große Gebäude hat drei Etagen, ist unterkelltert und in recht gutem Zustand - dreieinhalb Jahren lang stand es leer. Für Montag sind Gespräche zwischen den BesetzerInnen, der Stadt und dem Land angesetzt, in denen über die Zukunft des Hauses verhandelt werden soll. Eine Einschätzung, wie gut die Chancen stehen, das Haus tatsächlich überlassen zu bekommen, wollte am Sonnabend keiner der BesetzerInnen abgeben. "Wir hoffen, uns durchsetzen zu können", meinte ein Aktivist, "man merkt jetzt schon, wie enthusiastisch alle sind, das hier viel Potential drin steckt. Hoffen wir das Beste."

Am Mittag vor der Besetzung hatte eine kleine Antifa-Demo stattgefunden. Am Rande eines Autorennens in der Innenstadt erinnerten die Antifas an die Befreiung Frankfurt/Oders durch die Rote Armee, die sich an diesem Tag zum 60. Mal jährte. Auch die BesetzerInnen haben einen antifaschistischen Anspruch: Auch ein Signal gegen die rechte Szene in der Stadt solle von dem sozialen Zentrum ausgehen. (Quelle: Inforiot)

Aktualisierung (26.4.): Bei einem Gespräch zwischen den beteiligten AktivistInnen, der Bürgermeisterin Wolle, dem Liegenschaftsamt und der Polizei ließen die Offiziellen verlauten, das das Haus in der Wieckestraße nicht für das geplante soziale Zentrum zur Verfügung stehen wird. Ein eventuelles Ersatzobjekt wurde in Aussicht gestellt. Am Dienstag, den 25. April räumte die Polizei und nahm 14 der 25 BesetzerInnen kurzfristig fest. (Quelle: rbb-online, inforiot)


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