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THEMA: Kampf gegen Verdrängung
ORT: Berlin
ZEIT: 17. Juni 2015
BILDMAPPE: Ablage im Bildarchiv / 65 \

Bizim Bakkal bleibt!

Nach wochenlangen öffentlichen Protesten nahm der Eigentümer Anfang Juli die Kündigung für den Gemüseladen Bizim Bakkal zurück. „Das ist ein Anfang“, teilte die Initiative „Bizim Kiez“ mit, "aber es ist noch keine Garantie dafür, das er bleiben kann." Die Mittwochs-Proteste auf der Wrangelstraße gehen weiter.

Über der Kreuzberger Wrangelstraße hängt ein Transparent: „Wir sind Gemüseladen“ und: „Bizim Bakkal bleibt. Wir bleiben auch.“ Mitte Mai war es, dass Ahmet Çaliskan, Inhaber des Gemüseladens „Bizim Bakkal“ seiner Kundschaft erzählte, dass ihm gekündigt wurde. Die Gekko Real Estate mit Sitz in Berlin und Offenbach hatte das Haus in der Wrangelstraße 77 gekauft. Sie will sämtliche Wohnungen in hochpreisige Eigentumswohnungen umwandeln und fordert die Mieter dazu auf, gegen Abfindung ihre Wohnungen zu räumen. Ahmet Çaliskan soll bis zum 30. September gehen – ohne Abfindung. Seine Versuche, mit dem Eigentümer zu verhandeln, erwiesen sich als zwecklos. „Bizim Bakkal“ ist das letzte inhabergeführte Gemüsegeschäft in der Wrangelstraße und schon seit 28 Jahren im Kiez ansässig.
Am 27. Mai trafen sich zum ersten Mal die Nachbarn, um ihren Händler zu unterstützen. Was als spontanes Treffen geplant war, wurde unerwartet zum Happening mit über hundert Anwohnern. Seither steigt jeden Mittwoch Abend vor dem Geschäft ein stetig wachsendes Nachbarschaftstreffen. Am 17.Juni war zum ersten Mal die Straße abgesperrt. Irgendwoher trugen Leute Tische auf die Straße, bedeckten sie mit weißen Papiertischtüchern und rücken sie aneinander, sodass eine lange Tafel entstand. Aus den Nachbarhäusern brachten Menschen Suppen, Salate und Kuchen. Auf Picknickdecken speiste man Mitgebrachtes. Das Aktionsorchester IG Blech spielte auf. Auf einer provisorischen Bühne wurden Redebeiträge gehalten. 500 Menschen zählte die Polizei. 800 zählte eine Journalistin. In den kommenden Wochen werden noch mehr Unterstützer erwartet.
„Bizim Kiez“ nennt sich die Anwohnerinitiative, die sich gegründet hat. Sie hat bewusst keinen festen Sprecher gewählt und will weder durch eine politische Agenda noch durch subkulturelle Prägung ausgrenzen. Sie fordert den Erhalt von „Bizim Bakkal“ und die Rücknahme der Kündigung. Darüber hinaus verlangen sie von den politischen Vertretern, „alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen beziehungsweise Gesetzesinitiativen zu ergreifen, damit einkommensschwächere Menschen in der Innenstadt weiterhin leben und arbeiten können.“
Inzwischen haben regionale, überregionale und internationale Medien über Bizim Bakkal berichtet – von ZDF über Spiegel Online bis El Pais. Die BVV Friedrichshain-Kreuzberg hat sich mit der Anwohnerinitiative solidarisch erklärt und fordert ebenfalls die Rücknahme der Kündigung. Eine Unterschriftensammlung könnt Ihr auf der Website von Bizim Kiez herunterladen. Bitte druckt sie auch, sammelt Unterschriften und gebt die Listen im Laden in der Wrangelstraße 77 ab. Kommt am Mittwoch um 19 Uhr zum Nachbarschaftstreffen vor Bizim Bakkal!
- Tina Veihelmann, 17. Juni 2015.

Bizim Bakkal bleibt! - Fotos von der Protest-Versammlung am 17. Juni


 



Fotos: heba/neuköllnbild
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