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Video:
"Rinn in die Kartoffeln...!"

Genversuchsfeld in Falkenberg symbolisch besetzt
Aktion am 13.4.2008
Video ansehen (1'58 Min, 7,5 Mb)
(DSL-Version für den Windows Media Player)
THEMA: Globale Landwirtschaft
Aktionstag "La Via Campesina"
ORT: Berlin
ZEIT: 17. April 2008
BILDMAPPE: Ablage im Bildarchiv/ 671 \

La Via Campesina

"Biosprit macht Hunger" - mit einem Riesentransparent, das AktivistInnen an der Brandwand der Shell-Tankstelle Nähe Görlitzer Bahnhof herunterließen, Samba-Musik und Riesenpuppen machten ca. 60 Bewegte trotz Regen ganz schön was her. Diese Aktion, die anschließende Demo und eine symbolische Landbesetzung auf dem Heinrichplatz fanden statt im Rahmen des kleinbäuerlichen Aktionstages von "La Via Campesina", der alljährlich am 17. April begangen wird. Im gleichen Zusammenhang gab es bereits am Sonntag eine Fahrraddemo in Falkenberg (Elster) zu einem geplanten Genversuchsfeld des Chemiekonzerns BASF. Auf dem Feld pflanzten die DemonstrantInnen zahlreiche gentechnikfreie Kartoffeln ein, so dass der Versuch nicht mehr mit vertretbarem Aufwand wissenschaftlich auswertbar ist. Ein anwesender Vertreter der BASF deutete bereits an, dass die BASF so zur Aufgabe des Versuches gezwungen ist. (Bericht)

In "La Via Campesina" haben sich weltweit Landlose, bäuerliche Gewerkschaften, LandarbeiterInnen und indigene Gemeinschaften organisiert. Gemeinsam treten sie für eine nachhaltige Landwirtschaft, Klimagerechtigkeit, Landreformen, freie (Arbeits-) Migration und Ernährungssouveränität ein. Jedes Jahr gedenkt das Netzwerk am Aktionstag dem Massaker im Jahr 1996 in Brasilien, bei dem 19 Mitglieder der Landlosenbewegung MST von Paramilitärs ermordet wurden. (weiter: siehe unten)

 

Fotos: Umbruch-Bildarchiv
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In diesem Jahr beteiligten sich Menschen in über 20 verschiedenen Ländern in Asien, Europa, Afrika sowie in Süd- und Nordamerika. Es wurden Versammlungen, Filmvorführungen, Aktionen auf Gen-Feldern, Demonstrationen und Fahrradkorsos organisiert. Dabei wurde immer wieder auf die prekäre Situation der KleinbäuerInnen, auf spezifische Probleme vor Ort und auf die Gefahren einer zunehmenden Kommerzialisierung und Industrialisierung in der Landwirtschaft hingewiesen, während gleichzeitig den Forderungen des Netzwerks Nachdruck verliehen wurde. In Europa gab es neben den Aktionen in und bei Berlin u.a. Protestaktionen vor dem Agrochemie-Konzern Syngenta in der Schweiz, eine Fahrraddemo in Paris, sowie Protestaktionen in Schweden, Spanien und Belgien. Siehe die weltweite Eventliste auf der Webseite von la Via Campesina zum Aktionstag: La Via Campesina


Aufruf von Via Campesina zum Internationalen Aktionstagtag am 17.4:
Für bäuerliche Landwirtschaft und in Solidarität mit den Kämpfen der Landlosen!

Transnationale AgrarKonzerne verursachen Welternährungskrise - Kleinbauern holen sich ihre Rechte zurück

Langsam fängt die weltweite Nahrungsmittelkrise an ihr wahres Gesicht zu zeigen. Während der letzten Jahrzehnte "versteckte" sich der Hunger in den ländlichen Gebieten oder in Krisenregionen. Aber mittlerweile hat sich der Hunger ausgebreitet - und für viele Menschen ist die Situation nicht mehr zum aushalten. Lebensmittel-Aufstände und lange Schlangen von hungrigen Leuten, die auf Nahrungsmittel warten, kann man heute wieder in vielen Teilen dieser Welt sehen.

Am schlimmsten betroffen von sowohl Hunger, Elend und Armut, als auch von den wachsenden Auswirkungen des Klimawandels, sind Afrika und Asien. Wirtschaftswachstum und ökonomische Entwicklung kommen immer nur einem kleinen Teil der Bevölkerung zu Gute, bringen Umweltzerstörung mit sich und verbessern nicht die äußerst prekäre Lebenssituation der großen Mehrheit der Bevölkerung. In Indien profitiert nur ein kleiner Teil der Bevölkerung vom Wirtschaftsboom, während gleichzeitig die bäuerliche Landwirtschaft zerstört wird und Tausende von Kleinbäuerinnen und -bauern sich aus Verzweiflung und Armut das Leben nehmen. Junge Bäuerinnen und -bauern in Indonesien, auf den Philippinen, in Thailand oder Bangladesh sind gezwungen ihre Familien und Dörfer zu verlassen und auszuwandern, da sie keine andere Möglichkeit haben ihren Lebensunterhalt zu verdienen. In Lateinamerika ist die Entwicklung ähnlich. Ackerland gehört nicht länger der Landbevölkerung. Sie sind gezwungen jetzt als billige Arbeitskräfte auf dem Land zu arbeiten, dass ihnen vorher gehörte. Einige flüchten in die großen Städte und versuchen ihre Lebenssituation zu verbessern, aber auch dort müssen sie mit leerem Bauch ins Bett gehen.

Die großen transnationalen Agrarkonzerne streben mehr Kontrolle über Welternährung und Landwirtschaft an. Handelsliberalisierung und Investitionsfreiheit macht das möglich. Internationale Abkommen hierfür wurden im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO), der Freihandelsabkommen (FTAs) und der Ökonomischen Partnerschaftsprogrammen (EPAs) geschaffen. Unterstützt wird diese Entwicklung durch die Programme der Weltbank und des Internationalen Währungsfond (IWF). Diese Programme fordern die Bevorzugung des Agrobusiness in der Nahrungsmittel- und Landwirtschaftspolitik der Länder.
Staatliche Subventionen für das Agrobusiness in den nördlichen Ländern zielen darauf ab, Landwirtschaft weiter zu industrialisieren, während Preisdumping landwirtschaftliche Betriebe im Norden und Süden zerstört. Durch die grüne Revolution haben es die transnationalen Agrarkonzerne seit den 70er Jahren geschafft, lokales Wissen um angepasste Landwirtschaft zu vernichten. Gleichzeitig wurden den Landwirten neue Technologien (Hybridsorten) und neue "Agrar-Inputs" wie chemischen Dünger und Pestizide aufgezwängt. Diese müssen gekauft werden und machen die BäuerInnen abhängig. Heutzutage ist die Gier der TNCs sogar noch gefährlicher, denn sie wollen noch viel mehr Land für Agrofuel-Monokulturen, - Lebensmittel ernten für Autos!

Ganz offensichtlich wollen transnationale Agrarkonzerne KleinbäuerInnen und bäuerliche Landwirtschaft daran hindern die Menschen auf der Welt zu ernähren. Ihr Ziel ist es den weltweiten Lebensmittelmarkt zu kontrollieren und bäuerliche Produktion in industrielle Produktion zu verwandeln. Nach der Enteignung vieler klein- und mittelständischer BäuerInnen, beuten sie die VerbraucherInnen aus, indem sie die Lebensmittelpreise erhöhen.
Das Agieren der transnatinalen Agrarkonzerne richtet sind gegen Menschen und gegen die Nachhaltigkeit dieser Erde. Wir sollten ihnen nicht erlauben, damit weiterzumachen. Wir sollten sie stoppen und das Recht Landwirtschaft zu betreiben, und das Recht gute Lebensmittel für alle Menschen zu produzieren, zurückerobern.
Zum 17. April, dem internationalen Aktionstag für bäuerliche Landwirtschaft, ruft La Via Campesina seine MitgliederInnem und andere soziale Bewegungen zu Aktionen und Aktivitäten gegen transnationale Konzerne auf.


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