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THEMA: Landwirtschaft
ORT: Berlin
ZEIT: 17. April 2007
BILDMAPPE: Ablage im Bildarchiv / 671 \

Internationaler Aktionstag von Via Campesina

Als Teil der Proteste gegen den G8-Gipfel hatte das Aktionsnetzwerk globale Landwirtschaft zusammen mit der Menschenrechtsorganisation FIAN, der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und der AG-Kleinstlandwirtschaft am Aktionstag von Via Campesina am 17. April in Berlin zum "Marsch der Landlosen" aufgerufen. Der Protestmarsch führte vorbei am Landwirtschaftsministerium sowie dem Entwicklungsministerium (BMZ) und endete mit einer symbolischen Landnahme am Potsdamer Platz. Das Aktionsbündnis wollte damit auf Verletzungen des Menschenrechts auf Nahrung und die Gefährdung von Kleinbauern und -bäuerinnen, bäuerlichen Betrieben, LandarbeiterInnen und Landlosen weltweit aufmerksam machen. Am Potsdamer Platz gab es lecker Essen von Food for Action und der Discursiv Picnic-Gruppe Unwetter, eine Ausstellung über Via Campesina und ein paar Kartoffelbeete im "Urban-Gardening"-Stil. Diese Kartoffelbeete hatten wir eigentlich den beiden Ministerien schenken wollen, um ihnen symbolisch zu zeigen, dass eine andere Landwirtschaft, als eine industrialisierte und globalisierte, möglich ist. Sie wollten aber keine "unangemeldeten" Geschenke von uns akzeptierten.
Zwar waren wir mit 50-100 Leuten keine große Demo, trotzdem gelang es uns viele PassantInnen aufmerksam auf uns und neugierig zu machen. (Fortsetzung: unten) - Anne (Aktionsnetzwerk) -

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Fotos: heba/Umbruch Bildarchiv
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Hintergrund:
Bauern und Bäuerinnen, Landlose, LandarbeiterInnen und Indigene haben es immer schwerer von ihrer landwirtschaftlichen Arbeit zu (über-) leben, im Süden wie im Norden. Ihnen wird auf allen Ebenen, wo es nur geht, die Luft zum Atmen genommen. Oder genauer gesagt: ihnen wird der Boden zum Anbauen, das Saatgut zum Aussähen, das Wasser zum Gießen und der Markt zum Verkaufen genommen. Hauptursache dafür ist die herrschende neoliberale Politik, die einseitig die sowieso schon sehr stark konzentrierte Macht der Agrarkonzerne und Großproduzenten weiter fördert. Der Anbau, die Weiterverarbeitung und der Handel liegt so zunehmend in den Händen von wenigen. Diese Entwicklung zerstört nicht nur kleine ProduzentInnen, sondern führt auch zu einer gefährlichen Abhängigkeit in der weltweiten Nahrungsmittelversorgung.
Via Campesina, ein weltweiter Zusammenschluß von über 140 kleinbäuerlichen Basis-Organisationen, kämpft gegen diese zerstörerische Politik und für eine andere Landwirtschaft entsprechend ihrem Konzept der Ernährungssouveränität. (www.viacampesina.org)

Hier noch ein Auszug aus dem Aufruf von Via Campesina zu ihrem weltweiten Aktionstag:

..."Erteilen wir der Vorherrschaft der G8-Staaten eine Absage!
Die G8-Staaten repräsentieren nur 13,5 Prozent der Weltbevölkerung, aber sie kontrollieren 62,6 Prozent der Weltwirtschaft. Sie formen die weltweiten Strukturen - egal ob Wirtschaft, Entwicklung, Konflikte oder Umwelt - so, dass jede und jeder davon betroffen ist. Diese Weltordnung hat uns dahin gebracht, dass die Zahl der Hungernden allein im Jahr 2006 von 840 auf 854 Millionen Menschen gewachsen ist, während eine kleine Anzahl von Millionären im selben Zeitraum ihr Vermögen von 16 auf 33 Milliarden US-Dollar mehr als verdoppelt hat.
Zwei Monate vor dem G8-Gipfel in Deutschland klagen wir an, dass die Politik der G8-Staaten lediglich dazu dient, die Macht dieser Staaten zu erhalten und die Interessen der großen Konzerne zu schützen - auf Kosten der großen Mehrheit der Weltbevölkerung. (...)"

 

Weitere Informationen zum Thema:



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