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THEMA: Abschiebung
ORT: Berlin-Köpenick - Grünau
ZEIT: 10. Dezember 2011
BILDMAPPE: Ablage im Bildarchiv / 342 \

Demo gegen Abschiebeknäste

Neben dem Abschiebeknast Berlin-Grünau soll im Transitbereich des neuen Flughafens Berlin-Brandenburg-International (BBI) in Schönefeld eine weitere Haftanstalt gebaut werden. Schon jetzt ist es gängige Praxis, massenhaft "polizeiliche Abschiebehaft" anzuordnen, um 10.000 Abschiebungen pro Jahr sicherzustellen. Gegen das System der Abschiebehaft und gegen den Neubau auf dem BBI demonstrierten rund 500 Menschen am 10. Dezember 2011 zum Abschiebegefängnis Berlin-Grünau.

Ausgangpunkt der Demonstration war der S-Bahnhof Spindlersfeld. Dort wurden die ersten Redebeiträge gehalten. Die Initiative gegen Abschiebehaft informierte über die derzeitige Situation im Abschiebeknast Grünau. FelS stellte die Frage, wie wohl der Namensgeber des neuen Berlin-Brandenburger Flughafens, Willy Brandt, behandelt worden wäre, wenn es zu seiner Zeit in Norwegen das Flughafenasyl gegeben hätte? Nach einem Tag: Ablehnung des Asylantrags als offensichtlich unbegründet, nach drei weiteren Tagen verstreicht die Widerspruchsfrist, wovon Willy Brandt mangels Norwegischkenntnissen nichts mitbekommen hätte, dann wäre er zurück nach Nazideutschland abgeschoben worden.
Die Demonstraton zog dann laut und kämpferisch durch Köpenick in Richtung Grünau. Bei einer Zwischenkundgebung wurde eine Straße in der Nähe genannt, in der es das berlinweit höchste NPD-Wahlergebnis gab und in deren Umfeld es eine Häufung rassistischer Angriffe in der Nachbarschaft gibt.
Am Abschiebeknast Grünau wurden Solidaritäts- und Grußbotschaften für die zur Zeit 18 Gefangenen in den jeweiligen Sprachen gehalten. Die Antirassistische Initiative stellte die Rolle der vielen Handlanger_innen in dem System der Flüchtlingsabwehr dar und schilderte erschreckende Beispiele für den Rassismus, die Ignoranz und die Brutalität von Staatsangestellten den Flüchtlingen gegenüber. (siehe auch: Dokumentation "Bundesdeutsche Flüchtlingspolitik und ihre tödlichen Folgen"). Ein anderer Beitrag beschrieb die verschärfte Verfolgung oppositioneller Menschen in der Türkei.
Bei warmer Suppe für die Anwesenden und Live-Musik des Sängers Mal Élevé von Irie Revoltés stiegen bunte Luftballons mit Knicklichtern als Gruß an die Gefangenen in den schwarzen Himmel auf. Bei sehr frostigen Temperaturen ging die Demonstration dann geschlossen und unüberhörbar stimmungsvoll zum Ausgangpunkt S-Bahnhof Spindlersfeld zurück.

 



Fotos: Ute Kurzbein/Umbruch Bildarchiv
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