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So wurden im Jahr 2003 allein in Berlin fast 13.000 Fälle von häuslicher
Gewalt registriert und die Dunkelziffer liegt weit höher. 1.383
Frauen und 1.232 Kinder suchten im selben Zeitraum Schutz in einem der
sechs Berliner Frauenhäuser, knapp 1.000 Wegweisungen gewalttätiger
Männer wurden ausgesprochen.
In Zeiten in denen Begriffe wie Leitkultur und Parallelgesellschaft
die öffentlichen Gemüter erhitzen, findet diese Tat besondere
Beachtung. Es ist bekannt, daß in vielen orthodoxen Moscheen ein
Frauenbild vermittelt und gelehrt wird, daß im Extremfall einen
Mord wie den an Hatun bagatellisiert. Dennoch ist es falsch, diese Tat
als alleiniges "Islam-Problem" zu begreifen. Sexismus und
Gewalt gegen Frauen gibt es in allen patriarchalen Gesellschaftsstrukturen
und Kulturen, auch in der westlich-abendländischen. Die öffentliche
Fokusierung auf einen "islamisch-motivierten Ehrenmord" verschleiert
die eigentlichen Ursachen, diffamiert Menschen mit migrantischem Hintergrund
und hilft überdies den betroffenen Frauen recht wenig.
Vielmehr geht es darum, spezifische Schutzräume für Frauen
die sich ihrer ihr zugedachten Rolle entziehen und ein selbstbestimmtes
Leben wählen, einzurichten bzw. zu erhalten.
Angesichts der empfindlichen Mittelkürzungen, auch (und gerade)
im Frauen- und Gewalt-Präventions-Bereich eine Forderung von höchster
Aktualität.
Gewalt gegen Frauen und Kinder ist kein kulturelles oder religiöses
Problem sondern ein strukturelles einer patriarchalen Gesellschaft.
- Kagra -
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