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THEMA: Genmais - Gentechnik
ORT: Hohenstein bei Strausberg
ZEIT: 31. Juli 2005
BILDMAPPE: Ablage im Bildarchiv/ 2831 \
 

"Gendreck weg!"

In aller Öffentlichkeit und doch fast unbemerkt von ihr hat auf deutschen Feldern der kommerzielle Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen begonnen. Nahe Hohenstein bei Strausberg hat der Großbauer Piprek in Zusammenarbeit mit dem US-Genmultikonzern Monsanto 10 ha Genmais ausgesät . Trotz aller Kritik von Lokalpolitikern aus Strausberg und NaturschützerInnen ließ sich Piprek von seinem Vorhaben bisher nicht abbringen. Die Aktion "Gendreck weg!" rief deshalb zum 31. Juli 2005 zu einer "Freiwilligen Feldbefreiung" des Genmaisfeldes auf. Unter den rund 300 Teilnehmerinnen reisten auch BäuerInnen und ImkerInnen aus der Schweiz, Frankreich und Österreich an, um die Aktion gegen Gentechnik in der Landwirtschaft zu unterstützen. (weiter: siehe unten)


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Fotos: Ann Stafford/Umbruch-Bildarchiv
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(Foto: Umbruch Bildarchiv #1196m) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1196n) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1196o) Stop bevor es losgeht. Schon am Camp, 3km entfernt vom Genfeld wird die Demo aufgehalten. Foto: Umbruch Bildarchiv #1196y) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1196v) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1196p) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1196q) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1196r) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1196s) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1196t) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1196u) (Foto: Umbruch Bildarchiv #1196w) Foto: Umbruch Bildarchiv #1196x) Foto: Umbruch Bildarchiv #1196z)

Die angekündigte Zerstörung des Genmaisfeldes traf auf ein massives Polizeiangebot mit mehreren Hundertschaften, Hunden, einer Reiterstaffel und einem Räumpanzer. Ein Hubschrauber sorgte für ein Schottland- Feeling unter den AktivistInnen. Erst nach einigem Hinundher durfte die Demonstration vom Camp, auf dem die Kundgebung stattfand, in Richtung Hohenstein losgehen und traf dort erneut auf Straßensperren. Zur Umgehung der Polizeikette wichen etliche AktivistInnen auf die umliegenden Felder aus. Bei der darauf stattfindenden Verfolgungsjagd gingen die PolizistInnen zum Teil heftig gegen die Protestierenden vor, eine 63jährige Frau wurde durch den Biss eines Polizeihundes verletzt und musste stationär im Krankenhaus behandelt werden. Insgesamt wurden etwa 60-70 AktivistInnen vorübergehend festgenommen.
Trotz des massiven Polizeiaufgebotes gelang es Einzelnen unbeobachtet auf den Genacker zu kommen und dort etwa 500 qm Genmais seiner eigentlichen Bestimmung zuzuführen - nämlich als Abfall mit Sondermüllentsorgung.



Etwa zwei Drittel der Bevölkerung in Deutschland sind laut offiziellen Umfragen gegen Gentechnik in Nahrungsmitteln, 70 Prozent der Bäuerinnen und Bauern lehnen gentechnisch verändertes Saatgut ab. Trotz dieser starken Ablehnung versucht der Saatgutmulti Monsanto auch hier Gentechnik durchzusetzen. Seit der Aufhebung des EU-Moratoriums zur Agro-Gentechnik werden dieses Jahr erstmals in Deutschland auf größeren Flächen gentechnisch manipulierte Pflanzen (GMO) angebaut (EU-weit sonst nur in Tschechien und Spanien). Gentechnisch veränderter insektenresistenter Mais ist auf etwa 150 Hektar in Brandenburg ausgesät worden. Gentechnik in der Landwirtschaft ist nicht "rückholbar", niemand kann die Gefahren abschätzen.

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