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THEMA: Roma von Abschiebung bedroht
ORT: Berlin
ZEIT: 10. Juni 2002
BILDMAPPE: Ablage im Bildarchiv /3424i \
 

Roma demonstrieren für ein Bleiberecht in Deutschland

Rund 500 Roma aus Ex-Jugoslawien fahren seit Ende April durch Deutschland, um gegen ihre drohende Abschiebung in den Kosovo, nach Serbien und Montenegro zu protestieren. Letzten Donnerstag kamen sie nach Berlin.
Auf einem Demonstrationszug am 10. Juni vom Schlossplatz zum Brandenburger Tor forderten die Roma, die vor mehr als 10 Jahren als Bürgerkriegsflüchtlinge nach Deutschland kamen, ein dauerhaftes Bleiberecht.
Seit der vergangenen Woche hat sich die Lage für Roma aus dem ehemaligen Jugoslawien verschärft. Die Innenminister-Konferenz in Bremerhaven beschloss, dass es für ethnische Minderheiten aus Ex-Jugoslawien kein dauerhaftes Aufenthaltsrecht geben werde und "die Voraussetzungen für eine zwangsweise Rückführung noch in diesem Jahr gegeben sein werden".
Mit der Demonstration wollten die Roma Gespräche mit Bundespolitikern erreichen. Voraussichtlich am Dienstag abend fahren sie weiter um ihren Protest in Hannover, Münster, Bielefeld, Paderborn, im Ruhrgebiet und im Rheinland, in Frankfurt, in Süddeutschland und schließlich in Straßburg an die Öffentlichkeit zu tragen.



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Fotos: Fadl/Umbruch-Bildarchiv
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Zum Hintergrund:
"Am 5. und 6. Juni fand in Bremerhafen die Innenministerkonferenz von Bund und Länder statt. Hier wurde über die Zukunft der Roma aus Ex-Jugoslawien entschieden, von denen viele seit nun mehr als dreizehn Jahren in Deutschland leben. Seit dem 27. April 2002 haben ca. 500 Romafamilien in Essen in der Portendieckstraße im Stadtteil Schonnebeck ihre Zelte aufgeschlagen, um gegen ihre Abschiebung nach Ex-Jugoslawien zu protestieren. Die Demonstration wurde in Bremerhafen fortgesetzt. Da jedoch die Rückführung der Roma in der IMK beschlossen wurde, werden sie nun in nächster Instanz weiter kämpfen. Nach einer anstrengenden Woche in Bremerhafen, werden sie nun in Berlin demonstrieren, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Die Rückkehr nach Ex-Jugoslawien wird für die Roma katastrophale Folgen haben. Bis jetzt wurde kein Rückkehrprogramm entwickelt, das heißt, dass die Roma in ein Land zurückkehren müssen, in dem sie laut UNHCR, Schweizerische Flüchtlingshilfe, Diakonische Werk, GfbV und anderer Flüchtlings- und Hilfsorganisationen mit menschenunwürdigen Zuständen und Gefahren zu rechnen haben. Die Situation der in Serbien und Montenegro und im Kosovo lebenden Roma ist unerträglich. Sie sind nicht nur polizeilichen Schikanierungen und Misshandlungen, sondern auch Übergriffen auf Leib und Leben von Seiten der Bevölkerung ausgesetzt. Die Roma, die Deutschland aufgenommen hat, haben sich in der langen Zeit ihrer Anwesenheit an die Lebensgewohnheiten angepasst. In dieser Zeit wurden Familien gegründet, Kinder haben sich integriert und Deutsch als Muttersprache angenommen. Und jetzt werden sie ohne Vorwarnung in der Morgenstunde von der Polizei abgeholt, haben fünfzehn Minuten Zeit, um ihr Gepäck zu packen und werden dann in ein für ihre Kinder fremdes Land deportiert. Für viele alte Roma kommen so böse Erinnerungen an nicht lang vergangene NS - Zeiten hoch."
(Aus: OFFENER BRIEF AN DIE BÜRGERINNEN UND BÜRGER DER STADT BERLIN
C.I.A.E.Roma-Union e.V. Essen /NRW/ Centre of Integration, Affirmation and Emanzipation of the Roma in Germany)

Die Forderungen der Roma sind:
1. Sofortiger Abschiebestopp!
2. Alle Roma, die fünf Jahre in Deutschland sind, sollten ein dauerhaftes Bleiberecht erhalten. Die anderen eine dreijährige Chance, um sich produktiv für die deutsche Gesellschaft einzusetzen.
3. Die Roma sollen an allen Entscheidungen, die in ihr Leben eingreifen, beteiligt werden.
4. Die Rechte der Roma sollen auch dahingehend gelten, dass ihre Kinder eine Schulausbildung erhalten können.
5. Hilfe beim Aufbau von Einrichtungen im Bereich der Kultur, der Sprache, Folklore sowie Sitten und Bräuchen der Roma.


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