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THEMA: Proteste gegen Umstrukturierung
ORT: Berlin
ZEIT: 2. Dezember 2016
BILDMAPPE: Ablage im Bildarchiv / 65 \

"...bringen wir den Runden Tisch zu ihnen!"

Mit einem Spektakel vor dem Firmensitz des Eigentümers Bernd-Ullrich Lippert haben Unterstützer*innen der Linienstraße 206 am Freitag einen runden Tisch eingefordert. Seit Jahren kämpfen die Bewohner*innen der Linienstraße 206 um den Erhalt ihres Hausprojektes. Aufgrund der einmaligen Lage ist das Haus zum begehrten Spekulationsobjekt mit wechselnden Eigentümer*innen geworden. Alle Versuche, das Haus in Selbstverwaltung zu übernehmen und dem Markt langfristig zu entziehen, sind bisher daran gescheitert, dass die Eigentümer sich jeglicher Kommunikation oder Verhandlungen verweigern.

Hier die Erklärung der Aktivist*innen: "Kommen die Eigentümer der Linie206 nicht zum Runden Tisch… bringen wir den Runden Tisch zu ihnen!
Am 02.12.2016 haben wir, Unterstützer*innen des Hausprojekts Linie206, den „Hauseigentümern“ Bernd-Ullrich Lippert und Frank Wadler eine Kunstperformance vor die Haustür ihres Firmensitzes im Boschweg 12-16 gesetzt. Dies war eine Reaktion darauf, dass sie ihr Erscheinen zum Runden Tisch der Linie206 am vergangenen Montag, den 28.11.16 abgesagt hatten. Der Runde Tisch sollte der Beginn der aus unserer Sicht überfälligen Gespräche um die Zukunft des Hauses in der Linienstraße sein, denen sich Lippert und Wadler seit Jahren verweigern.
Als Sahnehäubchen erreichte die Hausgemeinschaft diese Woche ein Schreiben des Anwalts der Gegenseite, in dem Lipperts und Wadlers ganz eigene Vorstellungen von Kommunikation zwischen ihren Mieter*innen und ihnen als Vermietern dargelegt wurden: „Die Korrespondenz ist ausschließlich über meine Kanzlei zu führen; meine Mandantin verbittet sich jegliche direkte Kontaktaufnahme. Wir gehen davon aus, dass dies selbst für Ihre Mandantschaft deutlich genug ist.“
Offensichtlich dachten die Beiden, dass diese lästigen Chaot*innen, die seit 26 Jahren dafür sorgen, dass das Haus bewohnbar bleibt, sich durch beharrliches Ignorieren einfach abwimmeln lassen. Da haben sie sich jedoch geschnitten – denn wir werden nicht zulassen, dass die Linie206 von zwei profitgierigen Spekulanten zerstört wird. Wenn sie nicht willens sind, zum Runden Tisch zu kommen – bitte, dann bringen wir eben den Runden Tisch zu ihnen!

Und so sah das aus...
Gegen 12 Uhr erschollen Rufe und Musik vor der Einfahrt zu Lipperts Firma – die schon früher in Erscheinung getretenen Superheld*innen der Linie206 waren gekommen um Lippert und Wadler endlich dorthin zu bringen, wo sie schon längst hätten sein sollen: An den Verhandlungstisch mit der Linie206.
Die Superheld*innen hatten jedoch alle Mühe mit den Spekulanten. Die flohen und rannten immer wieder davon; bis sie der Linie dann schlussendlich doch noch im wahrsten Sinne des Wortes ins Netz gingen.
Nach zähen Verhandlungen stand der Deal: Das Haus in der Linienstraße für das Hausprojekt, für Lippert und Wadler ein Adventskalender-Haus als Tauschobjekt. So geht das.

Wir sind uns sicher, dass Bernd-Ullrich Lippert davon erfahren wird. Während der Performance erschien nämlich sein Bruder, der offensichtlich ebenfalls dort arbeitet und uns mit der Polizei drohte, die nach unseren Informationen ca. eine halbe Stunde später dort eintrudelte.

Lippert und Wadler, ihr werdet euch die Zähne ausbeißen an der Linie206, also lasst es einfach bleiben! Tretet das Haus an die Hausgemeinschaft ab und ab durch die Mitte mit euch!
Die Linie denen, die drin wohnen!" - Unterstützer*innen der Linie206 -

Blog der Hausgemeinschaft: linie206.blogsport.de

 



Fotos: heba/Umbruch Bildarchiv
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