Senfo Tonkam verhaftet
Erneute Festnahme eines afrikanischen Flüchtlingsaktivisten als
Folge einer willkürlichen Polizeikontrolle
Nach der vorübergehenden Inhaftierung von Tidiane
Sow am 13.4. wurde am gestrigen Sonntag erneut ein Aktivist aus der
Flüchtlingsbewegung als späte Konsequenz einer willkürlichen
Polizeikontrolle in Haft genommen. Senfo Tonkam ist Generalsekretär von
SOS Struggles of Students, Präsident der African Refugees Association
und Aktivist der Black Students Organisation und der Black Community.
Senfo Tonkam wurde in seiner Wohnung in Hamburg am 14. April 2002 von
der Polizei in einer aggressiven Aktion festgenommen und zum Polizeikommissariat
41 (Sievekingdamm 20, 20535 Hamburg) gebracht. Von dort wurde er anschließend
ins Gefängnis (Justizvollzugsanstalt Holstenglacis 3, 20355 Hamburg) verlegt.
Zum Hintergrund: Am 8. November 2000 haben Polizeibeamte vom Bundesgrenzschutz
in einem Zug zwischen Magdeburg und Braunschweig Senfo Tonkam kontrollieren
wollen. Die Polizei ist direkt zu ihm gekommen und wollte nur von ihm
(als einzige Schwarze Person unter mehr als 50 Weißen) die Personaldokumente
überprüfen. Senfo hat sich geweigert und auf seine Frage, weshalb nur
er kontrolliert würde, antworteten die Polizisten, dass sie nach illegalen
Einwanderern suchen würden. Senfo hat darauf hingewiesen, dass es sich
um einen rassistischen Akt handelt, wenn nur er kontrolliert wird und
die Polizisten davon ausgehen, dass alle Schwarzen illegal oder kriminell
sind. Senfo hat sich geweigert, ihnen seinen Ausweis zu zeigen, wenn nicht
auch die Weißen im Zugabteil kontrolliert werden und bereits angekündigt,
die Beamten wegen Rassismus anzuzeigen.
Daraufhin wurde Senfo wegen Beleidigung von den Beamten angezeigt.
Am 28. Mai 2001 wurde er vom Amtsgericht in Braunschweig wegen Nicht-Vorzeigen
seines Ausweises verurteilt und sollte eine Strafe von insgesamt 153,94
Euro bezahlen. Aber Senfo weigerte sich, diese Strafe zu akzeptieren,
weil er die Personenkontrolle vom 8. November 2000 als einen rassistischen
Akt der Polizei gegen ein Mitglied der Black Community empfand. Die Zahlung
der Strafe von 153 Euros oder 5 Tagen Ersatzfreiheitsstrafe würde den
staatlichen Rassismus legitimieren.
Spontane Aktionen: Am 14. April 2002 haben ca. 50 Personen der Black
Community in einer spontanen Demonstration gegen die rassistische Verhaftung
von Senfo Tonkam protestiert. Solche Demonstrationen sollen weiter fortgesetzt
werden, um gegen institutionellen Rassismus zu demonstrieren. Alle Schwarzen
und Nicht-Deutsche werden gebeten, sich nicht länger rassistischen Kontrollen
durch die deutsche Polizei auszusetzen. Schickt Protestbriefe (per Post,
Fax oder E-Mail) an das Amtsgericht Braunschweig (Amtsgericht Braunschweig,
An der Martinikirche 8, 38100 Braunschweig).
P.S.: Referenz-Nummer: NZS-908Js799/01VRs und schickt bitte eine Kopie
an SOS Struggles of Students.
Die Black Community fordert
a) dass Ende von rassistischen Kontrollen und Repression durch die deutsche
Polizei gegen Schwarze Menschen in Deutschland und
b) dass Ende der Kriminalisierung der Schwarzen Bewegung in Deutschland.
Befreit Senfo! Stoppt die Repression gegen die Black Community in Deutschland!
Der Kampf geht weiter. _______________________________________________________________
Information & Kontakt: SOS Struggles of Students, Association des Réfugié(e)s
Africain(e)s-ARA, Black Students' Organisation-BSO, c/o Königstr. 54,
D-22767 Hamburg ; Tel : 0170-8643556; Email: ara_african_refugees@hotmail.com
UnterstützerInnen: Initiative Schwarze Menschen in Deutschland, ADEFRA
- Schwarze Frauen in Deutschland
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Das obige Video zeigt Senfo Tonkam während
einer Rede auf einer Antikriegsdemonstration am
22. September 2001 in Berlin
Klicke auf das obenstehende Bild und siehe ein
Streaming Video. (4'07 Min.)
Bessere
Version für double-ISDN
Den dafür benötigten Real
Player Basic gibt es hier frei zum downloaden.
Alternativ hier
die Fassung für den
Windows Media Player
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