Der Widerstand gegen den illegalen Staudamm von Itoiz

Im Oktober 1996 haben die „Solidari@s con Itoiz“ mit einer Aktion gegen das illegale Staudamm-Projekt protestiert. Diese Aktion, bei der die Transportkabel des Betonwerkes, gekappt wurden, bildete den bisherigen Höhepunkt des seit 1985 stattfindenden Protestes gegen den Staudamm und stoppte die Baumaßnahmen für ein Jahr.
Im Oktober 1999 wurde die Gruppe der „Solidari@s con Itoiz“ für diese Aktion zu vier Jahren und zehn Monate und zu einer Geldstrafe von ca. 2 Millionen DM verurteilt.

Der Staudamm von Itoiz

Geplant mit einer Länge von 35 km, einer Mauerhöhe bis zu 135 m und einer Fläche von ca. 1100 ha würde der Staudamm neun Dörfer und drei ausgewiesene Naturschutzgebiete überfluten. Der Staudamm, der in der Provinz Navarra selbst nicht benötigt wird, soll nach den gigantomanische Plänen der spanischen Zentralregierung die touristischen Mittelmeer-Regionen mit Wasser zu versorgen.
Am 29.9.95 verhängte das Nationalgericht nach Klage der „Coordinadora de Itoiz“ einen Baustop. Am 14.7. 1997 wurde dieses Urteil vom Obersten Gerichtshof bestätigt.
Die Bauarbeiten wurden illegal weitergeführt.
Trotz intensiver Öffentlichkeitsarbeit und ausdauernder und vielseitiger Proteste war es nicht möglich dem wahnwitzigen Projekt ein Ende zu bereiten.

Die Aktion und ihre Folgen

Weil sie keine anderen Möglichkeit sahen, um das illegale, von Korruptionsskandalen begleitete Projekt doch noch zu verhindern, entschlossen sich die „Solidari@s con Itoiz“, die über das ganze Tal reichenden Transportkabel des Betonwerkes zu kappen und sich direkt vor Ort festnehmen zu lassen. Bei ihrer Verhaftung wurden sie schwer mißhandelt.
Im anschließenden Prozess forderte die Staatsanwaltschaft wegen Widerstand und Körperverletzung, illegaler Festnahme und Freiheitsberaubung 19 Jahre Haft pro Angeklagten. Der Videomitschnitt der gesamten Aktion widerlegte den Teil der Anklagepunkte, der sich auf die angebliche Körperverletzung bezog. Den Kern des Urteils bildet das fünfminütige Einsperren eines Wachmannes und wurde auf 4 Jahren und zehn Monate festgelegt. Die eigentliche Aktion, das Kabeldurchtrennen, wurde mit drei Wochenenden Haft bestraft.

Solidarität mit den „Solidari@s ...“ und Itoiz

Eine breite Unterstützungswelle sorgte für einen nötigen öffentlichen Druck und sie wurden aus der Untersuchungshaft entlassen. 15000 Menschen demonstrierten gegen den Staudamm und an vielen Orten gründeten sich Solidaritätsgruppen.
Nach wie vor stehen sie zu ihrer Aktion. Die völlig überzogenen, faktisch politisch motivierten Haftstrafen wollen sie nutzen, um weiterhin gegen das Staudammprojekt Itoiz zu mobilisieren.

S.O.S.-Itoiz-Tour

Ganz aktuell haben sich die „Solidari@s con Itoiz“ Ende ´99 zu einer europaweiten Tour aufgemacht, die sie im Januar durch die BRD führen wird. Bereits in London (24.10.99) und Den Haag (25.11.99) haben sie mit spektakulären Abseilaktionen auf ihr Thema aufmerksam gemacht.
 

Kontakt

SOLIDARI@S CON ITOIZ 
Unai Behrendt Batzan 
Nagusia Kalea 38 - 5B 
E-31001 Iruña 
Nafarroa E.H.
Internet: www.s-o-s-itoiz.org.uk
eMail: solidarios@s-o-s-itoiz.org.uk
in der BRD auch über: 

N.N. Bücher 
solidari@s con solidari@s Berlin 
Kastanienallee 86 
10435 Berlin 
Fax: 030 4409158

eMail: solidarias@gmx.de