"Stoppt
Schilys racist law"
2000 Menschen demonstrierten
am "Tag des Flüchtlings" durch Berlin
Ein neues Symbol macht in Berlins City die Runde. Das
durchgestrichene Konterfei von Bundesinnenminister Otto Schily zierte
zahlreiche Plakate auf der bundesweiten Demonstration, zu der ein breites
Bündnis von Flüchtlingsorganisationen aufgerufen hatte. Über
2000 Menschen, vorwiegend Flüchtlinge und MigrantInnen zogen vom
Alexanderplatz zum Brandenburger Tor.
Im Mittelpunkt der Kritik stand der Schily-Entwurf eines Zuwanderungsgesetzes,
das in diesen Tagen vom Bundestag verabschiedet werden sollte. Die Ereignisse
am 11. September in den USA verhinderten dies zunächst.
Otto Schilys Gesetzentwurf bekennt sich erstmals offen zu einem Zweiklassensystem
in der Zuwanderung. Während Hochqualifizierte in Deutschland auf
Dauer geworben werden sollen, wird die große Mehrheit der Zuwanderer
bewußt in einer existenziellen Unsicherheit gehalten. Ihr Aufenthaltsrecht
kann nach drei Jahren widerrufen werden, wenn sie sich wirtschaftlich
nicht als nützlich erweisen.
Flüchtlinge werden durch das Gesetz noch schärfer reglementiert
und ausgegrenzt. Ein großer Teil der bisher "Geduldeten" - ihre Zahl
wird auf 250 000 geschätzt - würde durch den Wegfall der Duldung rechtlos
und vermutlich illegalisiert werden. In allen Bundesländern sollen für
sie Abschiebungslager errichtet werden.
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Fotos: Fadl/Umbruch-Bildarchiv
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