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THEMA: Kampf gegen Verdrängung
ORT: Berlin
ZEIT: 29. Juni 2017
BILDMAPPE: Ablage im Bildarchiv / 65 \

Friedel54 geräumt

Am 29. Juni 2017 wurde der Kiezladen in der Friedelstraße 54 durch einen massiven Polizeieinsatz geräumt und an den Gerichtsvollzieher übergeben. Seit vielen Jahren wurde der Laden von zahlreichen Gruppen als Treffpunkt für Versammlungen, Diskussionen, Filmvorführungen und andere Veranstaltungen genutzt. Zusammen mit der Hausgemeinschaft organisierten sich die Betreiber*innen gegen Modernisierungsmaßnahmen, massive Mieterhöhungen und Verdrängung.

Rund 500 Polizeibeamte waren am 29.6.17 schon ab 4.30 Uhr im Einsatz. Schon in den frühen Morgenstunden war die Friedelstraße abgesperrt worden. Polizisten positionierten sich auf umliegenden Dächern und drangen schließlich über das Nachbarhaus und den Hinterhof in das Haus Nr. 54 ein. Dabei gingen sie äußerst brutal gegen die ca. 300 Demonstrant*innen vor, die sich teilweise schon am Vorabend und in der Nacht vor dem Kiezladen versammelt hatten. Protestierende, die den Eingang zum Kiezladen blockierten, wurden von der Polizei weggedrängt und weggetragen. Es kam zu Rangeleien und Handgreiflichkeiten und vielen Verletzten unter den Blockierer*innen.
Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) verteidigte und lobte den Einsatz der Polizei: Die Polizisten seien "angemessen und besonnen mit der aktuellen Situation vor Ort umgegangen."

Die Räumung der Friedel 54 hatte sich schon lange abgezeichnet. Im vergangenen Sommer standen die Bewohner mit Unterstützung einer Stiftung kurz vor der Übernahme ihres Hauses. Trotz fortgeschrittener Verhandlungen verkaufte der Voreigentümer Citec überraschend an den jetzigen Eigentümer, die luxemburgische Briefkastenfirma Pinehill – für einen Preisaufschlag von etwa 300.000 Euro und beantragte die Zwangsräumung.


 



Fotos: Oliver Feldhaus, neuköllnbild, heba, Umbruch Bildarchiv
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