Vor einem Jahr
begannen sich Flüchtlinge in Thüringen gegen ihre desolate
und isolierte Unterbringung im Flüchtlingslager
Katzhütte zu wehren. Anläßlich des Jahrestages
der Proteste trafen sie sich vom 26. bis zum 28. März mit "The
Voice Refugee Forum Jena" und anderen Flüchtlingen in Erfurt,
um ihre Forderung zu unterstreichen: "Wir kämpfen für
die Schließung von Katzhütte und aller Isolationslager
in Thüringen!".
Am ersten Tag fand eine Kundgebung auf dem Anger in Erfurt statt.
Vorwiegend Flüchtlinge aus verschiedenen Landkreisen Thüringens
waren angereist, um die Schließung aller Flüchtlingslager
zu fordern. Eine Delegation überbrachte dem Thüringer Landtag
einen Forderungs- und Protestbrief.
Begonnen hatte der Widerstand gegen die miserablen Bedingungen und
die erniedrigende Behandlung in den Lagern, speziell in Katzhütte,
vor einem Jahr. Den Protest versuchte die Ausländerbehörde
Saalfeld/Rudolstadt mit der Zwangsverlegung und einem Abschiebeversuch
des Flüchtlingssprechers zu brechen. Trotz dieser Bedrohung hielten
die Flüchtlinge aus Katzhütte an der Forderung der Schließung
fest. Auch gegen die Firma K&S aus Sottrum bei Bremen, die das
Lager betrieb, richteten sich die Proteste. Anfang dieses Jahres kündigte
K&S seinen Vertrag mit dem Landkreis Saalfeld/Rudostadt. Statt
das Lager nun zu schließen, kündigte der Landkreis an,
den Betrieb in eigener Regie eine Zeitlang weiterzuführen. Es
sieht wie eine Trotzreaktion auf die erfolgreichen Proteste aus, dass
der Landkreis die Anstrengung unternimmt, das marode Lager noch eine
Dauer weiterzuführen. Für die Flüchtlinge bedeutet
dies eine weitere psychische Drangsalierung mit physischen Auswirkungen
- viele BewohnerInnen des Lagers wurden nach einiger Zeit massiv krank.
Die Tage nach der Kundgebung nutzten die FlüchtlingsaktivistInnen
zum Austausch und zu Planungen, um den weiteren Kampf gegen die Isolationslager
in Thüringen voranzubringen.