Brunnenstraße 183
geräumt
Am Dienstag, den 24.11.,
räumte die Polizei mit einem Großaufgebot von 600 Einsatzkräften
das besetzte Haus in der Brunnenstraße 183 in Berlin. Die BewohnerInnen
hatten schon länger auf die akute Räumungsgefahr hingewiesen
und um Unterstützung gebeten. Die Brunnen183 sah sich
als Wohn-, Kunst- und Sozialprojekt, das seit über 10 Jahren Menschen
aus vielen Ländern unterschiedlichem Alters ein Zuhause gab. Als
Reaktion auf die Räumung versammelten sich Hunderte Sympatisanten
am Rosenthaler Platz, es gab einzelne spontane Protestaktionen. Am Tag
darauf 800 UnterstützerInnen auf einer Solidaritäts-Demonstration
vom Kollwitzplatz durch Prenzlauer Berg, am 26.11. waren es schon
deutlich mehr, die vom Oranienplatz zum Rosenthaler Platz in Mitte demonstrierten.
(siehe 9
Fotos hier)
Nach dem Mauerfall steht der Altbau in der Brunnenstaße zunächst
leer, bevor Besetzer in ihm ein neues Zuhause finden. Sie legalisieren
ihren Status und zahlen Miete auch ohne Mietvertrag. Zunächst an
die Wohnungsbaugesellschaft Mitte, später an die Eigentümer.
Als das Haus jedoch an eine Immobilienfirma verkauft wird, beginnen die
Probleme. Das Unternehmen will die Bewohner zum Auszug bewegen und das
Haus sanieren. Irgendwann zahlt es die Kosten für Müll und Wasser
nicht mehr, die Bewohner schließen eigene Verträge ab, das
Unternehmen verschwindet von der Bildfläche, insolvent,
2006 sollte das Haus zwangsversteigert werden. Die Brunnen 183
hatte bis zum Gerichtstermin deutlich mehr Geld gesammelt, als der Verkehrswert
lautete, doch der Termin wurde abgesagt und das Haus bereits im Vorfeld
an einen Investor verkauft. Neuer Eigentümer: der Passauer Arzt Manfred
Kronawitter, er plant ein Mehrgenerationenhaus. Der Rechtsanwalt der Bewohner
nennt damals 285.000 Euro als Kaufpreis. Ein Spekulant sei er nicht, das
betonen auch die Hausbewohner. Trotzdem beginnt für die rund 30 Bewohner
ein Leben zwischen Räumungsklagen, Personalienfeststellungen, Unterschriftenlisten.
Ein Ausweichgrundstück soll die verfahrene Situation lösen.
Wenn Kronawitter einen anderen Platz bekommt, kann er den Bewohnern der
Brunnen 183 ihr Haus verkaufen, so die Idee. Die Bedingung des Arztes:
Zentral muss es liegen. Zur Debatte steht schließlich ein Grundstück
in der Ackerstraße, nur wenige Straßen entfernt. Doch der
Liegenschaftsfonds verkauft das Gelände im Juli 2008 anderweitig.
Seitdem haben die Bewohner jeden Tag die Räumung erwartet. Prozesse
um die Anerkennung ihrer Mietverhältnisse haben sie verloren. Eine
Geschichte ohne Happy End. (Quelle: Indymedia/taz)
Räumung der Brunnenstraße
183 (24.11) - Fotos
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Solidaritätsdemo vom Kollwitzplatz durch Prenzlauer Berg (25.11)
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Solidemo vom Oranienplatz
nach Mitte (26.11) - Fotos
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Fotos:
heba/Matthias von Hoff/Umbruch Bildarchiv
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