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THEMA: Rechte Parteien und Antifaschismus
ORT: Berlin
ZEIT: 18./19. August 2012
BILDMAPPE: Ablage im Bildarchiv / 4141 \

Pro Deutschland die Tour vermasseln!

Unter diesem Motto standen die umfangreichen Protestaktionen am Wochenende 18.-19. August gegen die Kundgebungsreihe der rechtspopulistischen Splitterpartei "Pro Deutschland" in Berlin, zu der ein breites Bündnis aus linken bzw. antifaschistischen Organisationen, Gewerkschaften, Parteien und Bürgervereinigungen aufgerufen hatte.
Hierzu trafen sich bis zu 60 Rechtspopulisten aus ganz Deutschland (davon 20 aus Berlin, der Rest war zugereist), um vor Moscheen sowie linksalternativen Wohnprojekten bzw. besetzten Häusern gegen eine herbeihalluzinierte "islamistische Gefahr" bzw. gegen einen angeblichen "linken Terror" zu protestieren. Das kunterbunte – besser gesagt: kunterbraune – Häuflein bestand aus Pro Deutschland-Anhängern rund um Lars Seidensticker und Manfred Rouhs, aus Anhängern der Partei "Die Republikaner" sowie aus Anhängern der so genannten "German Defence League". Nach einer mißglückten – weil von GegendemonstrantInnen erfolgreich gestörten – Auftakt-Pressekonferenz in der Parteizentrale in Marzahn am Samstag ging's auf zum munteren Islam-Hassen vor Moscheen im Wedding, in Neukölln sowie in Charlottenburg, wobei es sich Seidensticker und Konsorten nicht nehmen ließen, die umstrittenen Mohammed-Karikaturen einer nicht vorhandenen Zuhörerschaft zu präsentieren – allein die von der Polizei weiträumig abgeschirmten Gegenproteste gingen in die Hunderte, am vorletzten Kundgebungsort in der Neuköllner Flughafenstraße waren es sogar deutlich über Tausend. Hier, in der Flughafenstraße, drohte die Situation trotz einer von der Polizei aufgebotenen "Schutzmacht" von insgesamt 1800 Beamten kurzzeitig zu eskalieren, nämlich als die Pro Deutschland-Fans in bekannt provokanter Art und Weise am Kundgebungsort erschienen und sogleich gegen Ausländer und Linke lospolterten – ein Auftakt, der von wütendenen Prostesten sowie vereinzelten Farbeier und Flaschenwürfen beantwortet wurde. Pro Deutschland musste daraufhin seine Kundgebung 50 Meter nach hinten verlegen; und da nun die Gegenproteste nahezu völlig außer Sichtweite geraten waren, pöbelten die Rechten statt dessen die protestierenden AnwohnerInnen eines Hauses direkt neben dem Kundgebungsort sowie anwesende JournalistenInnen als "Linksfaschisten", "arbeitsscheues Pack" oder "Schwulette" an.
Am Sonntag den 19. August startete die Kundgebungsreihe von Pro Deutschland mit nur noch 40 TeilnehmerInnen vor dem Rathaus Kreuzberg, wo sie von ca. 150 GegendemonstrantInnen sowie einem lautstarken Pfeifkonzert empfangen wurden. Danach ging's auf die Schillingbrücke unweit der besetzten Köpi, weiter zur Warschauer Brücke sowie abschließend zur Liebigstraße, wo jeweils mehrere Hundert GegendemonstrantInnen ihrem Unmut Luft machten, sich aber auf die Provokationen der Rechten schlicht und ergreifend nicht einließen – speziell vor der Liebig 14 nahm der Protest vor und nach dem Erscheinen der Rechten schließlich so entspannte Züge an, dass sich die GegendemonstrantInnen mit Riesenluftballons und gegenseitigem Nassspritzen bei sengender Hitze die Zeit vertrieben.

 



Fotos: Andreas Schmitz/Umbruch Bildarchiv
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